
Türkische Nationalisten huldigen Märtyrer in Berlin 15.03. 2006
/Von Juri Eber und Jonas Großkopf für ADF-Berlin/
Zwei Dutzend türkische Nationalisten legten Kränze und Rosen für Talat
Pascha ab. Sie stießen auf ebenso viele Gegner.
Der Veranstalter, die "Operation Talat Pascha", kündigten 500 Teilnehmer
an jedoch folgten dem Aufruf nur rund zwei Dutzend türkische
Nationalisten. Die Kranzniederlegung fand in der Berliner
Hardenbergstr./Steinplatz statt, dem Ort an dem Talat Pascha 1921 von
einem jungen armenischen Rächer ermordet wurde.
Der ehemalige türkische Innenminister Talat Pascha gillt für den im
ersten Weltkrieg verübten Völkermord an die Armenier als politisch
Hauptverantwortlicher. Er organisierte das staatlich geplante Verbrechen
der Türken und flüchtete nach dem Krieg nach Berlin. In seiner
Abwesenheit verurteilte ihn ein osmanisches Sonderkriegsgericht im Jahr
1919 zum Tode.
Die türkischen Nationalisten trafen jedoch auf Gegendemonstranten, die
sich der Leugnung und Verherrlichung des Völkermordes an den Armenier
entgegenstellten. Weiter forderten sie die Bundesregierung auf, neue
Konzepte für interkulturellen Geschichtsunterricht und interkultureller
Gedächtnisarbeit zu erstellen. Erst im vorigen Jahr fasste der Bundestag
einen Beschluss, der die "Massaker und Deportationen" der Armenier im
Osmanischen Reich implizit als Völkermord entsprechend der
UN-Genozid-Konvention beschreibt.
Um gegen diesen Beschluss zu demonstrieren kündigte im Februar 2006 die
Initiative "Operation Talat Pascha" ihr "Großprojekt Berlin 2006" an:
Mit Demonstrationen und einer Kranzniederlegung soll Talat Pascha als
Nationalheld und Märtyrer geehrt werden. Die bald auch von einigen
türkischen Migrantenvereinen in Deutschland unterstützte Initiative
wendet sich gegen die "armenische Genozidlüge" und fordert vom deutschen
Gesetzgeber die Rückname seines Beschlusses.
Eine für den 18. März am Ernst-Reuter-Platz/Strasse der 17.Juni
angemeldete Demonstration unter dem Motto "Stopp die Lüge vom Völkermord
an den Armeniern!" wurde vorläufig verboten. Der Veranstalter
beabsichtigt "ca. 4 Millionen ?Türken? nach Berlin zu holen". Dazu
sollen Busse, Züge und Flugzeuge organisiert werden, um die ?Massen?
nach Berlin zu transportieren.
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Agentur - Ahron - Berlin

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