
Die Hizb Allah
Die Hizb Allah wurde 1982 auf Betreiben des Iran gegründet und erhält auch heute noch von dort vor allem politische Unterstützung. Sie will im Libanon eine islamische Republik nach iranischem Vorbild installieren und ist massiv gegen Friedensverhandlungen. Sie versteht sich als Speerspitze im Kampf gegen die israelische Besetzung und verfolgt das Ziel, den Staat Israel auszulöschen und Jerusalem zu "befreien".
Mit Selbstmordanschlägen gegen US-amerikanische und französische Friedenstruppen (1983) erzwang die Hizb Allah den Rückzug internationaler Truppen. Insbesondere bei Autobombenexplosionen oder aus Hinterhalten wurden in der südlibanesischen Sicherheitszone Dutzende israelische Soldaten getötet. Sie verübte im Südlibanon wiederholt Anschläge gegen dort stationierte israelische Truppen und griff vom Südlibanon aus den Norden Israels an. Im Mai 2000 zog Israel seine Truppen aus dem Südlibanon innerhalb weniger Tage zurück und hinterließ ein Sicherheitsvakuum, das die Hizb Allah schnell zu füllen vermochte.
Der Partei-Chef NASRALLAH, Sieger im zähen Widerstandskampf gegen die israelische Besetzung Südlibanons, empfahl den Palästinensern, ihren Aufstand zum bewaffneten Widerstandskampf auszubauen. Anlässlich einer Solidaritätskundgebung in Beirut predigte er sinngemäß
"Anstatt Euch von den Israelis totschießen zu lassen, müsstet Ihr sie zuerst angreifen und zu töten versuchen".
Die Strategie müsse die gleiche sein wie im Südlibanon, nämlich den Israelis jedes Gefühl der Sicherheit in ihren befestigten Stützpunkten und in ihren Siedlungen zu rauben. Die Hizb Allah sei bereit, solche Anstrengungen zu unterstützen.
In Hamburger Moscheen wurden Aktionen der Hizb Allah in der Region (z.B. die Entführung israelischer Soldaten bzw. eines Agenten im Herbst 2000) mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Ihr Prestige ist gewachsen. Inzwischen wird die Organisation als Heldin betrachtet.
Die im Rahmen einer die "Al-Aksa-Intifada" unterstützenden Demonstration in Hamburg im Oktober 2000 gezeigte Hizb Allah-Symbolik macht auch, fern von der Krisenregion, deutlich, dass seit dem Rückzug der Israelis aus dem Südlibanon der von der Organisation gewonnene Guerillakrieg gegen Israel vielerorts als Erfolgsmodell gilt. Die Hizb Allah wurde dafür zum Vorbild, dass Gewalt gegen Israel irgendwann einmal Früchte trägt.

Aus Hizb Allah-Publikation "Al Ahd": Zerstörung Israels und Eroberung Jerusalems - symbolisch plakatiert. Sinngemäße Bildunterschrift:"Auf nach Jerusalem"
Quelle: Verfassungsschutzbericht 2000 Hamburg
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