
Neonazistischer Übergriff im Berliner Stadtteil Pankow - Polizei versucht vom politischen Motiv abzulenken
Presseerklärung der Autonomen Antifa Nordost [AANO] Berlin
Neonazistischer Übergriff im Berliner Stadtteil Pankow - Polizei versucht vom politischen Motiv abzulenken
Am Samstag, den 31. Juli 2004, veranstaltete der NPD-Kreisverband Pankow am S- Bahnhof Schönhauser Allee einen Infostand um Materialien gegen die Agenda 2010 zu verteilen. Im Laufe der Zeit wuchs die Personengruppe die den Stand betreute auf über 30 Personen an. Das vertretene neonazistische Spektrum rekrutierte sich hauptsächlich aus der lokalen NPD sowie Mitgliedern der Berliner Freien Kameradschaften. Auch wurden Vertreter der neuen neonazistischen Organisation im Nordosten gesehen - die Vereinten Nationalisten Nordost. Gesichtet wurden u.a. André Werner sowie der Berliner NPD-Vize, VNN-Kader und Liedermacher Jörg Hähnel.
Der Stand war für mehrere Stunden nahe eines Einkaufscenter angemeldet. Mit der Zeit sammelten sich protestierende Antifaschisten um den Stand herum. Am frühen Nachtmittag drehte einer der Standbetreuer durch. Nach dem ein 24jähriger Mann einen Flyer in die Hand gedrückt bekam und ihn wenig später zerknüllte und wegwarf, griff ihn der Standbetreuer Andrew H. an. Der 33-jährige H. stürzte sich auf den jungen Mann, würgte ihn und rang ihn zu Boden. Die Polizei nahm den NPD-Symphatisanten daraufhin fest.
Obwohl der Angreifer Materialwart in der NPD-Bundeszentrale ist, die Berliner Polizei während der Durchsuchung in der Kreuzberger Wohnung des Angreifers mehrere Abzeichen verfassungswidriger Organisationen fand und das Opfer deutlich erkennbar zwei Pins mit Davidssternen trug wurde die Tat von der Polizei entpolitisiert. In der Pressemitteilung der Polizei wird ganz allgemein von einem "politischen Informationsstand" gesprochen und der neonazistische Hintergrund komplett verschwiegen.
Die Autonome Antifa Nordost [AANO] verurteilt auf das Schärfste diese Entpolitisierung des Übergriffes durch die Polizei. Der Pressesprecher Torben Klaas erklärt dazu folgendes: "Die antisemitische Dimension des Angriffes wird von der Polizei in ihrer Erklärung nur angedeutet, dass ein bekannter Neonazis den Angriff von einem Stand der NPD aus begann, wird völlig unter den Tisch gekehrt. Ein unglaublichr Skandal! Dies bestärkt uns in der Auffassung, dass die beste Verteidigung der Angriff der Autonomen Antifa ist. Wenn Antisemiten angreifen, werden wir alles in unserer Macht stehende unternehmen, dass es nie wieder vorkommt."
Neu eröffneter Neonaziladen in Pankow - Erste Informationen der Autonomen Antifa Nordost [AANO]
Außer diesem Übergriff hat sich auch noch zu allem Überfluß ein neuer Neonaziladen im Nordosten angesiedelt. Der im Stadtteil Weißensee angesiedelte Laden wurde am Montag eröffnet und dabei von jugendlichen Neonazis im Umfeld geschützt. Angepriesen werden im Laden neben Hate- und Nordic-Wear auch Che- Guevara - T-Shirts.
Für weitere Informationen bezüglich des Übergriffes oder dem neuen Neonaziladen stehen wir Ihnen unter den üblichen Kontakten (siehe oben) oder der Telefonnummer: 0178/ 3 28 88 03 zur Verfügung. Auch wenn sie Kontakt zum Opfer des Angriffes vom vergangenen Wochenende haben wollen, wenden Sie sich bitte an uns.
Autonome Antifa Nordost [AANO] Berlin im August 2004
Autonome Antifa Nordost [AANO] Berlin
c/o Antifa-Antiquariat, Dunckerstr.90A , 10437 Berlin
aanb@mail.nadir.org /// www.nordost.antifanews.de

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